Preis im Geiste Beethovens an Aeham Ahmad, Musiker aus Syrien – 25.10.2015

© Niraz Saied

In Kooperation mit AsA e.V. (Ausbildung statt Abschiebung)

Ein erster Preis im Geiste Beethovens wird an den syrisch-palästinensischen Musiker Aeham Ahmed verliehen. Der 27-jährige Flüchtling hatte bis vor kurzem den grausamen Umständen im palästinensischen Flüchtlingslager Yarmouk in Damaskus mit seiner Musik getrotzt. Im sowohl von ISIS als auch von den Truppen Assads abgeriegelten Lager herrschen große Hungersnot und Typhus. Von ehemals 150.000 Einwohnern sind 15.000 verblieben.  Aeham Ahmed ist monatelang mit seinem Klavier auf einem Karren durch die zerbombten Straßen gefahren und hat mit seinen Liedern Menschlichkeit und Würde zu den verbliebenen Bewohnern, vor allem zu unter Hunger leidenden Kindern, gebracht. Die ISIS verbrannte sein Klavier. Seit Beginn des Monats ist er in Deutschland nach einer abenteuerlichen Flucht. Seine Frau und seine Söhne sind in Damaskus. Der 1988 geborene Ahmad hat Musik in Homs und Damaskus studiert. Seit einer Handverletzung durch eine Granate hat er keine klassische Musik mehr gespielt, beginnt aber damit jetzt wieder. Die Texte zu seinen Liedern für die Menschen im Lager hat er nicht selten selbst verfasst. Mit seinem Vater hat er eine Instrumentenbauwerkstatt betrieben.

Der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion ist eine Initiative von Torsten Schreiber unter Mitarbeit von Andreas Loesch, angefacht von Beethovens Worten „Wohl tun wo man kann, Freiheit über alles Lieben“.  2016 soll er erstmals in Bonn vergeben werden. Aufgrund der speziellen Situation mit den Flüchtlingen und des überragenden Einsatzes von Aeham Ahmad haben sich einige Musiker auf Vorschlag von Torsten Schreiber entschieden, bereits jetzt diesen Preis im Geiste Beethovens an Aeham Ahmad  zu verleihen.

Es sind Musiker, die im Kontext der Völkerverständigung unterwegs sind und /oder einen besonderen Bezug zur Region Bonn haben: der syrische Klarinettist Kinan Azmeh, Mitglied im Silk Road Projekt von Yo Yo Ma, der palästinensische Pianist Karim Said, Mitglied im West-Eastern Divan Orchestra, der Solocellist des Beethovenorchesters Christian Brunnert, der Bratscher Nils Mönkemeyer, die Pianistin Elena Bashkirova, Festivalleiterin in Jerusalem und Berlin, die beiden in Bonn lebenden , international tätigen Musiker Mihaela Martin (Violine) und Frans Helmerson (Cello), beide Dozenten an der Barenboim-Akademie Berlin,  die bekannte Bonner Jungpianistin Luisa Imorde und Kai Schumacher, Pianist im Bereich Klassik, Rock, Pop, Jazz, Elektro. Unterstützt wird dieser Preis von seinem Initiator Torsten Schreiber, künstlerischer Leiter der Wasmuth-Gesellschaft und  1. Vorsitzender von Beethovenplus e.V. , von Wolfgang Grießl, Präsident der IHK Bonn-Rhein-Sieg, Andreas Loesch, Präsident des Festivals Junger Künstler Bayreuth und Vorstandsmitglied mehrerer Kulturgesellschaften in Bonn, Hans-Jürgen Stryck, Präsident des Colloquium Humanum , Karin Ahrens, 1. Vorsitzende von Ausbildung statt Abschiebung e.V. (AsA) .

Für den Beethovenpreis 2016 werden neben den genannten Musikern Persönlichkeiten aus den Bereichen Menschenrechte, Kultur, Internationales, Wirtschaft, Politik u.a. in die Jury eingeladen.

Die Verleihung an Aeham Ahmad wird noch in diesem Jahr in Bonn in einem Benefizkonzert für den von Bundespräsident Gauck ausgezeichneten Verein  AsA e.V. (www.asa-bonn.org) stattfinden, zugunsten der  Flüchtlinge in der Beethovenstadt. Daran werden syrische, palästinensische und andere Musiker teilnehmen. Es findet in Kooperation mit Deutschlandradio Kultur statt.

© René Meyer

Von links: Jörn Badenhoop (Beirat AsA), Torsten Schreiber (Initiator des Preises), Aeham Ahmad (Preisträger), Karin Ahrens (1. Vorsitzende AsA), Christian Brunnert (1. Solocellist Beethovenorchester)

 



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